
Warum die meisten „wasserdichten“ Heizgeräte eigentlich versagen
Wenn man einen Infrarotheizer im Badezimmer oder im Garten einsetzt, zwingt man ihn im Grunde dazu, in einer Duschkabine zu leben. Es handelt sich dabei um einen extrem schwierigen Umfeldbedingungen: dichter Nebel, tropfender Kondenswasser sowie starke Temperaturschwankungen.
Auf vielen Produkten steht „IP65“. Das ist zwar gut, doch das Herstellungsverschluss ist nur ein Ausgangspunkt. Wir vertrauen nicht darauf, dass ein neuherstellerischer Verschluss fünf Jahre lang hält. Die meisten tun das auch nicht. Deshalb unterziehen wir jede Charge vor dem Verkauf einem „Feuchtigkeits- und Hitzeprüfverfahren“.
Die gefährliche Seite der Feuchtigkeit
Wasserdampf ist viel kleiner als Flüssigkeitströpfchen. Mit der Zeit dringt die Feuchtigkeit nicht nur an der Oberfläche ein, sondern auch durch Dichtungen und Epoxidverschlüsse. Sobald die Feuchtigkeit in das Gerät eindringt und sich auf den elektrischen Kontakten ablegt, entstehen Probleme. Sobald die Lampe eingeschaltet wird, verdunstet das Wasser sofort. Dadurch entstehen kleine Druckschwankungen, die zu Kurzschlüssen führen können.
Um das zu verhindern, unterziehen wir die Geräte einer Feuchtigkeitsbelastung von 85 % bei hoher Temperatur – über Hunderte von Stunden hinweg. Dabei prüfen wir, ob die Dichtungen weiterhin funktionieren. Wenn sie ihre Funktion verlieren, werden die Geräte entsorgt.
Das Problem der Ausdehnung
Der eigentliche Feind sind nicht nur die Wassermoleküle – es ist auch die Hitze. Infrarotlampen werden sehr heiß, während der äußere Gehäuseabschnitt relativ kühl bleibt. Dadurch entsteht ein Konflikt: Die Materialien dehnen und ziehen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus. Wenn das Gehäuse auch nur um einen Bruchteil eines Millimeters deformiert wird, ist der IP65-Verschluss nutzlos.
Wir zwingen die Materialien dazu, sich immer wieder zu dehnen. Wir unterziehen die Geräte 500 Mal Hitzezyklen, um herauszufinden, ob die Dichtungen weiterhin funktionieren. Wenn sie ihre Funktion verlieren, werden die Geräte entsorgt.
Das Gleichgewicht finden
Man könnte meinen: „Einfach den Verschluss fester machen!“ Doch das hat seine Nachteile. Wenn der Verschluss zu dicht ist, bleibt die Hitze im Inneren des Geräts. Dadurch werden die internen Leitungen zerstört – genauso wie durch Wasser.
Es handelt sich dabei um ein echtes Gleichgewichtsspiel. Wir investieren viel Zeit dafür, die Dichtigkeit des Verschlusses mit ausreichendem Luftstrom in Einklang zu bringen, damit die internen Komponenten gekühlt bleiben. So bleibt der Dampf draußen – doch das Heizgerät kann weiterhin funktionieren.